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Warum Wollen Ärzte Anders Sterben Als…
Wenn dein Haustier dieses Verhalten zeigt bring es zum Tierarzt! Es könnte in Gefahr sein! Er betritt ein Waisenhaus und findet 100 Neugeborene in TOTALER Stille vor: der Grund dafür bricht ihm das Herz

Warum Wollen Ärzte Anders Sterben Als Andere Menschen?

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Mit dem Fortschritt der Wissenschaft haben auch die Möglichkeiten der Medizin große Fortschritte gemacht. Aber nicht jeder ist überzeugt, dass diese immer die beste Lösung für jede Krankheit sind.

Heute wollen wir mit euch die Überlegungen des US Mediziners Ken Murray teilen. Sein Bericht, den wir unten darstellen, dreht sich um das Akzeptieren des Sterbens, um das Festhalten an der Behandlung und um seine Erfahrung als Arzt und Professor an der Fakultät für Medizin der University of Southern California.

Vor Jahren hat Charlie, ein geschätzter Orthopäde und mein Mentor, entdeckt, dass er ein Knötchen am Magen hatte. Er hat sich von einem Chirurgen untersuchen lassen und ihm wurde ein Pankreas-Tumor diagnostiziert. Der Chirurg war einer der besten der vereinigten Staaten. Für diese Art von Tumor hatte er eine neue Behandlung erfunden die in der Lage war, die Überlebenswarscheinlichkeit nach fünf Jahren zu verdreifachen (von 5 auf 15%), allerdings mit einem Einschnitt in die Lebensqualität.

Charlie, 68 Jahre alt, war nicht interessiert. Am Tag darauf kehrte er nach Hause zurück, schloss seine Praxis und setzte nie wieder einen Fuß ins Krankenhaus. Er wollte seine Zeit nur noch mit seiner Familie verbringen und so gut wie möglich weiterleben. Nach wenigen Monaten starb er in seinem Haus, ohne sich zuvor jemals einer Chemotherapie oder einer chirurgischen Intervention unterzogen zu haben. 

Auch Ärzte sterben, aber sie tun es nicht wie andere Menschen. Sie lassen sich nicht mehr von anderen behandeln. Wenn es sie trifft neigen sie dazu, dem Moment des Sterbens mit Ruhe zu begegnen. Sie wissen genau, was mit ihnen geschieht und welche Entscheidungsmöglichkeiten sie haben. Normalerweise haben sie Zugriff auf alle medizinischen Möglichkeiten, die man sich wünschen kann. Aber sie bevorzugen es, sie nicht zu nutzen. 

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Jeder Mediziner hat Patienten gesehen, die sich einer nicht enden wollenden Behandlung unterzogen haben. Die Nutzung intensivster und modernster Technologie an schwerkranken Personen, die am Ende ihres Lebens stehen. Unzählige Male haben Kollegen zu mir gesagt: "Versprich mir: Wenn Du mich so siehst, bringst du mich um". Sie meinen es ernst.

Es gibt Ärzte, die Plaketten tragen, auf denen "No code" steht um keine Herz-Kreislauf-Reanimation zu erhalten. Und es gibt welche, die sich diesen Wunsch haben tätowieren lassen. 

Gemäß einer Studie haben 90% der Mediziner angegeben, dass sie sich im Falle eines Herzstillstandes nicht wiederbeleben lassen wollen. Nur 25% der Nicht-Mediziner haben die gleiche Angabe gemacht. 

Die Mediziner kennen die Konsequenzen. Alle finden einen Weg, um mehr oder weniger friedlich zu Hause sterben zu können. Heutzutage ist es auch leichter, die Schmerzen zu behandeln. Hospize bieten den Patienten Behaglichkeit und Würde an ohne unnötige Therapien einzusetzen. Auf diese Weise können sie die letzten Tage ihres Lebens so schön wie möglich verbringen.

Die Forschung zeigt überraschenderweise, dass Patienten im Hospiz länger überleben als die, die sich aktiver Therapie unterziehen. 

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Vor einigen Jahren erlitt mein Cousin Torch (wir nennen ihn so weil er im Schein einer Taschenlampe geboren wurde) einen Anfall der auf einen Lungenkrebs zurück ging, der sich auf das Gehirn ausgebreitet hatte. Er wurde von mehreren Spezialisten untersucht und alle sagten ihm, dass er unter einer aggressiven Therapie (er hätte drei bis fünf Mal pro Woche ins Krankenhaus gehen müssen um sich einer Chemotherapie zu unterziehen) womögich noch vier Monate zu leben hätte.

Torch entschied sich dazu, es nicht zu machen und nur Tabletten gegen das Hirnödem zu nehmen. Er zog in dieser Zeit zu mir. 

Wir haben dort noch acht weitere Monate zusammen gelebt. Uns ging es so gut wie jahrelang nicht mehr. Wir fuhren nach Disneyland, wo er noch nie zuvor gewesen war. Torch liebte den Sport und hat noch bis zuletzt Sportübertragungen im Fernsehen angesehen und dabei all das gegessen, was er am liebsten mochte.

Er hatte keine großen Schmeruen und war immer guter Laune. Eines Tages wachte er nicht mehr auf. 

Torch war kein Mediziner aber er wusste, dass Lebensqualität wichtiger ist, als Lebenszeit. Die Mehrheit der Menschen denkt vielleicht nicht so. Wenn es eine goldene Regel für die Assistenz am Ende des Lebens gibt, dann vielleicht die: Sterben in Würde.

Was mich betrifft habe ich meinen letzten Willen bereits an meinen Arzt herangetragen. Es fiel mir leicht, so wie der Mehrheit der Ärzte. Es wird keinen Heldenmut geben, ich werde mich einfach meinem gerechten Schlaf hingeben. 

Wie Charlie. Wie mein Cousin Torch. Wie meine Ärztekollegen. 

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