Edelweißpiraten: die Geschichte der antinazistischen Gruppen junger Deutscher, die gegen Hitler waren - Curioctopus.de
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Edelweißpiraten: die Geschichte der antinazistischen Gruppen junger Deutscher, die gegen Hitler waren

Von Barbara
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So riskant es auch war, während der historischen Periode, in der Deutschland unter nationalsozialistischer Kontrolle stand, waren nicht alle Deutschen mit den Richtlinien der genannten rechtsextremen Partei und ihres Führers einverstanden. Die Edelweißpiraten waren eine Gruppe antinazistischer Jugendlicher, die sich Ende der 1930er Jahre entschieden gegen die nationalsozialistische Organisation des Staates aussprachen und insbesondere keinen Kontakt zur Hitlerjugend fanden. Letzteres war eines der Lieblingsinstrumente des Führers, der davon überzeugt war, dass seine Aufgabe darin bestand, künftige Generationen zu indoktrinieren, um furchtlose, grausame und "starke" Bürger zu formen. Kein junger Mensch konnte sich der Einberufung in die Hitler-Jugend entziehen, wo er zu sportlicher Betätigung und zur Teilnahme an von der Nazi-Partei gebilligten künstlerischen Aktivitäten ermutigt wurde. Und doch gelang es einer kleinen, aber subversiven Gruppe von Jugendlichen in jenen Jahren, alle Verbindungen zu den vom NS-Staat gebilligten Gruppen zu brechen und zu einem Symbol der Rebellion gegen das Regime zu werden.

via: NSDOK
image: NSDOK

Die Rebellion der Edelweisspiraten-Jugend war nicht nur politisch, sondern auch kulturell: Diese jungen Leute hörten amerikanische Lieder, spielten auf der Straße und ließen sich lange Haare wachsen. Das Verhalten dieser Jugendgruppen wurde von den SS-Offizieren als "rücksichtslos" empfunden, und im Laufe der Zeit wuchsen Feindseligkeit und Repression gegen sie.

 

image: NSDOK

Obwohl die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend obligatorisch war (ein Desinteresse an Hitlers politischer Organisation wurde überhaupt nicht geduldet und von der Gestapo mit Feindseligkeit vergütet: die Familien der Jungen wurden bedroht und der fragliche Junge in ein Waisenhaus geschickt), gab es mehrere Gruppen von "Piraten", die der Situation feindlich gesinnt waren. Viele von ihnen waren Teenager, deren Väter an der Front kämpften und denen die Partei nicht vorschreiben wollte, welche Musik sie hören, welche Kleidung sie tragen und welchen Haarschnitt sie annehmen sollten.

 

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image: NSDOK

Mit den zunehmend offen feindlich gesinnten "Piraten", die nun auch Razzien in Munitionsfabriken organisierten, und der wachsenden Repression der Gestapo entstand eine weitere antinazistische Bewegung, die sogenannte Swing- oder Jazzjugend - Jugendliche, die "die Musik des amerikanischen Feindes", den Jazz, hörten. Der Chef der SS, Himmler, ordnete die Verhaftung aller Personen an, die diese "schreckliche" Musik hörten, die von "wilden Tieren" getanzt wurde, aber da diese Maßnahme keine große Wirkung hatte, beschloss er, diesen Gruppen, die der Partei offen feindlich gesinnt waren, eine stärkere Botschaft zu übermitteln. Im Oktober 1944 nahm er 13 Jungen, darunter 7 "Piraten", gefangen und ließ sie in Köln öffentlich aufhängen. Andere "Piraten" wurden in Zwangsarbeitslager geschickt.

 

image: ExecutedToday

Die damaligen Gerichte bezeichneten die "Piraten" und die mit ihnen verbundenen Gruppen als Kriminelle und verurteilten sie. Im Jahr 2005 rehabilitierten deutsche Beamte die Figur dieser Anti-Nazi-Gruppen vollständig und erkannten ihren Wert als Widerstandskämpfer an. Irgendwie hatte Hitlers Wunsch, furchtlose junge Menschen auszubilden, funktioniert: aber der Führer hatte nicht vorhergesehen, dass sich ihre Kraft gegen ihn und seine Nazi-Partei wenden würde.

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