Ein Künstler schafft die erste unsichtbare Skulptur: Sie wurde für 15.000 Euro versteigert - Curioctopus.de
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Ein Künstler schafft die erste unsichtbare Skulptur: Sie wurde für 15.000 Euro versteigert

03 Juni 2021 • Von Barbara
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Die Kunst von heute ist nicht mehr das, was wir in den Geschichtsbüchern studiert haben: Im Laufe der Zeit haben wir uns vom Konzept der "Schönheit" entfernt und uns stattdessen dem Alltäglichen zugewandt. Duchamp argumentierte, dass jeder Alltagsgegenstand zur Kunst werden kann. Dies ist das Konzept hinter dem Ready-made, einem Begriff, der in der Kunst verwendet wird, um ein Objekt zu bezeichnen, dem seine utilitaristische Funktion genommen und stattdessen eine künstlerische Funktion zugeschrieben wird: ein Titel, ein Datum, eine Inschrift, eine Idee wird zugeschrieben und das Objekt wird zu einem Kunstwerk. Der italienische Künstler Salvatore Garau scheint noch viel weiter gegangen zu sein: Er schuf das erste unsichtbare, also immaterielle Werk, das für 15.000 Euro versteigert wurde.

Wären Sie bereit, nichts zu kaufen? Und wie viel wären Sie bereit zu zahlen? Offensichtlich ist jemand bereit, sogar einen beträchtlichen Betrag zu zahlen, für ein Werk, das man nicht sehen kann, das aber eine Idee verbirgt. In der Tat hatte der Käufer keine Zweifel am künstlerischen Wert des Werkes. Der Künstler erklärte: "Der erfolgreiche Ausgang der Auktion zeugt von einer unwiderlegbaren Tatsache: Die Leere ist nichts anderes als ein Raum voller Energie, und selbst wenn wir ihn leeren und nichts übrig bleibt, hat das Nichts nach Heisenbergs Unschärferelation ein Gewicht. Es hat also eine Energie, die sich verdichtet und in Teilchen umwandelt, kurz gesagt in uns! Wenn ich mich entschließe, eine immaterielle Skulptur in einem bestimmten Raum "auszustellen", wird dieser Raum eine bestimmte Menge und Dichte von Gedanken in einem bestimmten Punkt konzentrieren, wodurch eine Skulptur entsteht, die allein durch meinen Titel die unterschiedlichsten Formen annehmen wird. Schließlich geben wir einem Gott, den wir nie gesehen haben, keine Gestalt."

 

Die Skulptur trägt den Titel "I Am" und wurde in einer Auktion versteigert, die von Art-Rite organisiert wurde, einem der wenigen italienischen Auktionshäuser, die Ausstellungen für zeitgenössische Kunst organisieren. Der Startpreis lag bei 6.000 €, aber die unsichtbare Skulptur wurde für 12.000 € verkauft und stieg mit Auktionsgebühren auf 15.000 €. Was hat der Käufer in seinen Händen? Nichts, nur ein Garantiezertifikat, das die Archivierung des Werks bezeugt und das einzige visuelle Element im Katalog ist. Gerade im Katalog gibt es kein Bild eines greifbaren Werkes, wie es sonst üblich ist, sondern einen völlig leeren Raum. Der Verkauf dieser immateriellen Skulptur - das erste Werk, das als "unsichtbare Kunst" klassifiziert wird - scheint einen neuen Begriff von Kunst zu definieren, der mit einer Idee zusammenfällt, die sich nicht unbedingt in einem Objekt materialisieren muss.

Tags: KünstlerKunstKurios
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