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Der erste Menschenmord durch die Nazis…
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Der erste Menschenmord durch die Nazis ging nicht gegen die Juden, sondern gegen behinderte Kinder

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Der Holocaust war nicht der erste Massenmord durch die Nazis der Geschichte: Schon zwei Jahre vor Beginn der Deportationen hatte das Hitler-Regime ein gut strukturiertes Mordprogramm entwickelt, dessen Methoden die Inspiration für die Konzentrationslager für die Juden waren. Der Name des Programms war Aktion T4.

Das Projekr wurde nicht durch den Hass gegen ein fremdes Volk geschürt, sondern gegen eine bestimmte Gruppe deutscher Mitbürger, die genetisch als "unterlegen" betrachtet wurden und aus diesem Grund zum Tode verurteilt waren: Die Behinderten.

Aktion T4 war ein Programm der Eugenik, das gut versteckt gehalten wurde. Der Name kam von der Adresse in der es statt fand: Tiergartenstraße 4 in Berlin. Die ideologische Basis geht auf das gleiche ideologische Manifest des Nazifaschismus zurück: "Mein Kampf". Dort wird das Ziel der "Rassenhygiene" proklamiert, das sich auch darum dreht, nur "gesunde Kinder" zu beschützen.

Dieses Ziel wurde gleich nach der Machtergreifung Hitlers 1933 durch die Zwangssterilisation an 400.000 körperlich und geistig behinderten Menschen umgesetzt.

image: wikiwand

Foto: Ein Nazi-Manifest der Eugenik aus dem Jahre 1935 in dem die Bedrohung skizziert wird, die durch die Reproduktion von "unerwünschten Genen" ausgeht, die dann zur Mehrheit der Bevölkerung werden würden.

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Es war 1939, als die Aktion T4 anlief. Mit einem Brief (siehe Foto) authorisierte Hitler die Bildung eines Reichskommitees für die wissenschaftliche Registrierung von Erbkrankheiten. Dieses wurde unter anderem von Doktor Karl Brandt und dem Nazichef des Kanzlers Philipp Bouhler geleitet.

Wer war Karl Brandt? Der verantwortliche Doktor für den ersten Menschenmord an einem behinderten deutschen Neugeborenen, Gerhard Kretschmar. Er war wenige Monate zuvor mit schweren und unheilbaren körperlichen und geistigen Behinderungen geboren. Der Vater schrieb an Hitler und bat ihn darum, die Euthanasie zu gestatten. Da dies mit der Ideologie des Naziprogramms im Einklang stand, erteilte Hitler die Erlaubnis. Es war im Juli 1939. Der Brief, der die Aktion T4 startete, wurde nur wenig später verfasst.

Per Dekret mussten alle Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen die Kinder melden, die jünger als 3 Jahre alt waren und von starken geistigen oder körperlichen Behinderungen betroffen waren. Die Eltern wurden dazu ermuntert, diese Kinder in eines von sechs Kinderkrankenhäuser in Deutschland und Österreich zu geben.

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Zu Beginn nahmen die Ärzte dieser Kliniken nur Neugeborene und Kinder in die Operation auf, aber bald wurden auch Kinder bis zu 17 Jahren aufgenommen und nur kurze Zeit später wurde das Programm auch auf behinderte Erwachsene ausgedehnt.

Ab Januar 1940 wurde das Programm serienmäßig ausgeweitet. Ärztepools bewerteten und wählten die Patienten für die "Endphase" des Programms aus. Es handelte sich um Menschen, die von Schizophrenie, Epilepsie, Demenz, Enzephalitis und anderen psychiatrischen oder chronischen neurologischen Störungen betroffen waren. Die ausgewählten Patienten wurden direkt in ein Zentrum für "Spezialbehandlungen" transportiert oder in Kammern mit Kohlenmonoxid, die als Duschen getarnt waren, gesteckt.

Es war Bouhler, der das "Desinfektionsbad" als Mittel benutzte, um die Opfer so lang wie möglich ruhig zu halten. Diese Methode wurde später auch mit den Juden durchgeführt.

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Trotz der Vertuschungs- und Geheimhaltungsversuche wurde das Programm T4 schon bald als das enttarnt, was es tatsächlich war: Ein Genozid auf eugenischer Basis. Die ersten, die das bemerkten waren die Eltern der Opfer. Ihnen wurde es verboten, ihre geliebten Kinder zu besuchen und sie alle erhielten den gleichen Brief, der den Tod des Geliebten aufgrund einer Infektionskrankheit verkündete, aufgrund derer die Leiche hätte verbrannt werden müssen. Die Kirche formierte den Widerstand gegen dieses Programm und förderte das öffentliche Bewusstsein für dieses Thema.

Schließlich musste Hitler das Programm im August 1941 beenden. Die finale Bilanz belief sich auf 300.000 Ofer, alle deutsche oder Österreicher und die Hälfte davon Kinder.

image: wikimedia

Am Ende des Krieges wurden nur wenige der Nazi-Verantwortlichen der Justiz vorgeführt. Das internationale Militärgericht von 1946.47 verurteilte diverse Naziärzte aufgrund ihrer Rolle im Programm, inklusive Doktor Brandt.

Doktor Pfannmüller wurde schließlich wegen seiner Rolle in 440 Morden 1951 zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt, die dann auf 4 Jahre auf Bewährung verkürzt wurden. Er beendete sein Leben als freier Mann in seinem Haus in München, 1961.

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