Der deutsche Ritter, der 50 Jahre Krieg mit einem mechanischen Arm überlebte - Curioctopus.de
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Der deutsche Ritter, der 50 Jahre Krieg…
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Der deutsche Ritter, der 50 Jahre Krieg mit einem mechanischen Arm überlebte

Von Barbara
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Vielleicht kennt nicht jeder Götz von Berlichingen, einen tapferen und höchst umstrittenen deutschen Ritter des Mittelalters. Sein Ruhm ist darauf zurückzuführen, dass er Jahrzehnte des Krieges überlebt hat, malerische und vulgäre Sprechweisen erfunden hat und mit einer Eisenprothese am rechten Arm gekämpft hat. Seine nicht immer so heldenhaften und mutigen Taten wurden auch von großen Schriftstellern wie Johann Wolfgang von Goethe erzählt: Götz kämpfte vor allem für sich selbst als Ritter und sogar als Dieb...

Götz von Berlichingen wurde 1480 als zehntes Kind der Familie Berlichingen geboren. Im Alter von 17 Jahren verließ er seine Stelle am Hof des Markgrafen von Ansbach und ging in seinen ersten Feldzug. Der Ritter begann, dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches durch ganz Europa zu folgen. Aber bald begann dieses Leben ihn zu ermüden.

Auf der Suche nach persönlicher Herrlichkeit und vor allem nach Reichtum wurde er zusammen mit seinem Bruder  zum Protagonisten von Räubereien wie Raub und Entführung von Adligen. Seine "Taten" blieben nicht unbemerkt und so wurde er in Schweden verhaftet, von wo aus er fliehen konnte und dann beim Markgrafen von Brandenburg Zuflucht fand, wo er in der Armee diente. Noch immer nicht zufrieden, ging er in den Dienst des Herzogs von Abrecht von Bayern über, wo er an der Belagerung von Landshut teilnahm, einer Schlacht, in der er zur Legende wurde.

 

Während des Kampfes traf eine Kanonenkugel seinen rechten Arm und verursachte die daraus resultierende Amputation, die ihn mehrere Wochen lang krank ins Bett zwang. In dieser Zeit ließ Götz eine Eisenprothese vom Dorfschmied anfertigen. Damit konnte er in späteren Schlachten kämpfen und erhielt den Spitznamen "Ritter mit eiserner Hand".

Jahre später ließ er eine zweite Prothese mit Fingergelenken anfertigen, die es ihm ermöglichte, das Schwert fester zu halten, was ihm im Gegensatz zu der vorherigen wirklich erlaubte zu kämpfen. Es ist eine für die damalige Zeit wirklich geniale und avantgardistische Handarbeit und wird bis heute im Jagsthausener Museum ausgestellt. In den folgenden Jahren setzte er sein Leben als Ritter und Dieb fort: Er nahm an mehreren Schlachten teil, wurde wieder inhaftiert und dann freigelassen, nahm andere Adlige als Geiseln, bis er schließlich verhaftet und gezwungen wurde zu schwören, dass er nie wieder Raubzüge begehen würde.

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Er zog sich in sein Schloss zurück, wo er Anführer der Bauernarmeen gegen die adeligen Grundbesitzer bei Berlichingen wurde, bis dieses Leben ihn wieder ermüdete und er sich wieder in Richtung Raubzüge und Kämpfe aufmachte. Auch diesmal wurde der Mann gefangen genommen und gezwungen, einen weiteren Eid zu leisten, dass er seine Burg und die umliegenden Länder nie wieder verlassen würde. Diesmal wurde der Pakt noch etwas länger eingehalten, bis er im Alter von 50 Jahren und als Vater von 10 Kindern, 1542 im Rahmen der Expedition Karls V. nach Ungarn gegen die Türken und in den französischen Feldzug von 1544 aufbrach.

Götz von Berlichingen starb 1562 im Alter von 82 Jahren nach einem Leben voller Krieg, Kampf und Räuberei. Nach seinem Tod wurden seine Taten vergessen, bis Goethe die Ehre dieser ikonischen, wenn auch umstrittenen Figur der mittelalterlichen europäischen Geschichte wiederherstellte.

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