Pilze entdeckt, die Plastik abbauen können: Wird das die Wende sein?

von Barbara

09 Juni 2024

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Eine neue Studie hat im Nordpazifik Pilze entdeckt, die eine Schlüsselrolle spielen: den Abbau von Plastik im Wasser. Schauen wir mal, wie.

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Pilze verwandeln im Nordpazifik Plastik in Kohlendioxid

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Plastik ist leider in den Meeren und Ozeanen unseres Planeten präsent, das wissen wir. Forscher des NIOZ, des Königlichen Niederländischen Instituts für Meeresforschung, haben jedoch eine erfreuliche Entdeckung gemacht: Ein Pilz namens Parengyodontium album, der im Nordpazifik vorkommt, ist in der Lage, diese Art von Abfall abzubauen, und zwar sehr schnell.

Dieser Organismus ist insbesondere in der Lage, Polyethylen neun Tage lang mit einer Geschwindigkeit von 0,5 Prozent pro Tag zu Kohlendioxid abzubauen, nachdem er mit UV-Licht vorbehandelt wurde. Anschließend setzt er das CO₂ in umweltverträglichen Mengen frei. Für ihre Studie, die in der Zeitschrift Science of The Total Environment veröffentlicht wurde, isolierten die Wissenschaftler den Pilz aus Gebieten des Nordpazifiks, in denen die Plastikbelastung am höchsten ist. Anschließend verwendeten sie markierte Kohlenstoffisotope, um den Abbauprozess so genau wie möglich zu erfassen.

Dass Bakterien in der Lage sind, Plastikmüll zu entsorgen, ist nicht neu: Den Forschern zufolge sind einige noch unbekannte Arten von Meeres- und Ozeanpilzen für die Zersetzung von Plastik in den tiefsten Meeresböden verantwortlich.

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Plastik abbauende Pilze und die Auswirkungen auf das marine Ökosystem

Parengyodontium album ist in der Tat nur einer von vier bekannten Pilzen, die diese Fähigkeit besitzen, und es gibt sicher noch andere, die in abgelegenen Gebieten des Ozeans die gleiche Arbeit leisten können. Auf jeden Fall ist die Entdeckung dieses neuen plastikfressenden Organismus ein Hoffnungsschimmer für den Schutz der Meere, denn er ist ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die hohe Präsenz von Plastik und Mikroplastik in diesen empfindlichen Ökosystemen.

Er kann jedoch kaum als Lösung für die Situation des Great Pacific Garbage Patch oder Pacific Trash Vortex angesehen werden, des Müllstrudels, der sich aus Partikeln von Meeresmüll im zentralen Nordpazifik zusammensetzt. Die Müllmenge in diesem Gebiet ist so groß, dass es sehr lange dauern würde, bis diese Pilze sie deutlich reduzieren könnten.

Jährliche Kunststoffproduktion und Prognosen

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Jährlich werden mehr als 400 Milliarden Kilogramm Plastik produziert, und es wird erwartet, dass sich diese Menge bis 2060 verdreifacht. Ein großer Teil dieser Abfälle landet im Meer, schwimmt an der Oberfläche und sinkt schließlich auf den Meeresboden. Wie Annika Vaksmaa vom NIOZ, Hauptautorin der Studie, erklärt, geraten sie oft in subtropische Wirbel, d. h. konzentrische Meeresströmungen, in denen das Wasser fast still steht. Im Nordpazifik beträgt die Menge des schwimmenden Plastiks etwa 80 Millionen kg.

Letztlich kann dieser Pilz Polyethylen auf Kohlenstoffbasis, das zuvor UV-Licht ausgesetzt wurde, erfolgreich abbauen. In der Praxis handelt es sich dabei um eine weit verbreitete Art von Plastik, aus dem Wasserflaschen und Plastiktüten bestehen, Gegenstände, die häufig in unseren Gewässern landen. Vaksmaa ist der Ansicht, dass UV-Licht den mechanischen Abbau von Kunststoffen sowie deren biologischen Abbau durch Parengyodontium album fördert. Natürlich bedeutet die effektive Arbeit dieser Pilze nicht, dass ein unbewusster und schädlicher Gebrauch von Kunststoffen gefördert wird: Um das Wohlergehen des Meeresökosystems zu fördern, ist es wichtig, dass jeder mit gesundem Menschenverstand handelt und die Verwendung von Kunststoffen drastisch reduziert wird.

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