Die älteste Karte Großbritanniens enthüllt die Existenz eines "walisischen Atlantis"

Barbara

01 September 2022

Die älteste Karte Großbritanniens enthüllt die Existenz eines
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Atlantis ist der Name einer im Meer versunkenen Insel, die sich nach Platon jenseits der Säulen des Herkules befand. Im Timaios erzählt der griechische Philosoph, wie diese Insel eine echte Seemacht war, aber nachdem es Poseidon nicht gelungen war, Athen zu erobern, beschloss er, sie vom Wasser verschlingen zu lassen. Offenbar gab es aber auch vor der walisischen Küste, genauer gesagt zwischen Aberystwyth und Aberdovey, ein Atlantis.

Eine mittelalterliche Karte, die älteste in Großbritannien (von vor etwa 800 Jahren), die in der Oxford Library aufbewahrt wird, bezeugt die Existenz einer walisischen Insel, die vom Meer überflutet worden wäre. Diese These wird auch durch die Schriften des Geographen und Kartographen Ptolemaios gestützt. Aus seinen Texten geht hervor, dass sich die walisische Küstenlinie etwa 10 km weiter westlich erstreckte als sie heute ist. Auch die Legende von Cantre'r Gwaelod erzählt von einem Gebiet, das von den Wassermassen verschluckt worden wäre.

via Independent

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Wikimedia Commons

Diese Karte, der so genannte Gough, würde die Anwesenheit von Gebieten aufzeigen, die es nicht mehr gibt. Die rätselhafte Geschichte wurde von Simon Haslett und David Willis erläutert. Die beiden Wissenschaftler analysierten die Karte, die Geschichten und die geophysikalischen Phänomene. All dies hat es ihnen ermöglicht, eine Erklärung zu finden.

Früher reichte die Küste von Wales viel weiter ins Meer hinaus als heute. Vor etwa 10.000 Jahren war dieses Land von eiszeitlichen Ablagerungen bedeckt. Atmosphärische Phänomene haben jedoch nicht nur das abgelagerte Eis erodiert, sondern auch dafür gesorgt, dass sich dieses Gebiet vom Rest der Küstenlinie ablöste und eine Insel entstand. All dies führte nur dazu, dass sich das Niveau der Landschaft senkte, bis sie unter der Wasseroberfläche verschwand.

 

Heikki Immonen/Wikimedia Commons

Diese Entdeckung könnte auch Licht in die verschiedenen walisischen Volksmärchen bringen. Einige davon erzählen von starken und plötzlichen Wetter- und Wasserphänomenen, andere davon, dass es einst möglich war, zwischen den durch das Meer getrennten Ländern zu wandern. Nach Ansicht von Wissenschaftlern ist die Karte für die damaligen Instrumente gut gemacht, aber sie spiegelt nicht unbedingt die Realität wider. Die von Haslett und Willis sind bisher nur Theorien. Die Kartographen könnten in der Tat von den vielen Legenden beeinflusst worden sein.

Was halten Sie von dieser Insel? Gab es sie wirklich oder ist sie nur das Produkt faszinierender Volksmärchen?

 

 

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